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Die stoffliche und energetische Nutzung von Kunststoffabfällen

Auszug aus dem Vortrag an den 9. Schweriner Wissenschaftstagen,  10.09.2004

von Herrn Dipl.-Ing. Helmut Schalles

Kunststoffe sind moderne Chemiewerkstoffe, die in großer Vielfalt für optimale Produktanwendung entwickelt wurden. In allen Bereichen der Technik und des täglichen Lebens sind Kunststoffe unentbehrlich geworden und bei sinnvoller Anwendung durch andere Werkstoffe nicht zu ersetzen.

Kunststoffe sind grundsätzlich recyclingfähig und haben auf Deponien nichts zu suchen!

Wenn Kunststoffprodukte am Ende ihres Lebensweges ankommen, haben sie noch viel zu bieten. Kein anderes Material bietet so viele unterschiedliche Verwertungswege.

Das Recycling von Kunststoffen begann bereits in den 50-er Jahren mit dem Wiedereinsatz von Produktionsabfall. Die ersten positiven Versuche einer Wiederverwertung von verschmutzten Kunststoffabfällen, sortenrein und vermischt, wurden in den 70-er Jahren auf Basis der positiven Ergebnisse beim Produktionsabfall-Recycling durchgeführt.

Das praktizierte Kunststoff-Recycling war damals eine ausschließlich werkstoffliche Verwertung, und es wurde ebenso ausschließlich nur in kleinen und mittelständischen Unternehmen aus rein wirtschaftlichen Gründen und nach marktwirtschaftlichen Prinzipien durchgeführt.

Kunststoffe können auf drei unterschiedliche Arten verwertet werden:

Werkstoff-Recycling
 - mechanische Aufbereitung von Kunststoffen
 - chemische Struktur bleibt unverändert

Rohstoff-Recycling
 - Spaltung der Polymerketten
 - Rückgewinnung der Monomere
 - Erzeugung petrochemischer Grundstoffe ( Öle, Gase )

Energetische Verwertung
 - Rückgewinnung der im Kunststoff enthaltenen Energie
 - endgültige Materialvernichtung

Die höchste Ausbeute an Erhalt von Werkstoff und gebundener Energie erbringt das werkstoffliche Recycling. Wo sich dieses Verfahren aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht einsetzen lässt, bietet das rohstoffliche Verfahren eine praktikable Alternative. Thermisch / energetische Abfallnutzung wie der Einsatz als Brennstoff in der Zementindustrie und in Heizkraftwerken oder auch die rohstoffliche Nutzung im Hochofen stellen eine endgültige Materialvernichtung dar, und sollten daher auch nur bei eindeutigem Ausschluss der sonstigen Verwertungsmöglichkeiten anstelle einer Deponierung verwendet werden.

Recycling, und das gilt für alle Werkstoffe, beginnt bereits bei der Entwicklung eines Produktes, egal ob es sich dabei um ein technisches Produkt oder um eine Verpackung handelt. Der werkstoffgerechte Einsatz unter Berücksichtigung der Produktwege entscheidet schon zu Beginn über die Qualität einer späteren Wiederverwertung oder Wiederverwendung,
denn:

Der Verwertungsgrad eines Produktes verhält sich proportional zu dem Grad seiner Nachhaltigkeit.

Unter ökologischen und ökonomischen, d.h. ökoeffizienten, Gesichtspunkten ist ein Verwertungsmix aus allen drei Verwertungsverfahren – werkstofflich, rohstofflich, energetisch – sinnvoll, um eine optimale Ressourcenschonung bei niedrigen Gesamtkosten zu erzielen.

Der Nachhaltigkeitswert einer Industriegesellschaft lässt sich an dem Grad ihrer Abfallverwertung erkennen. In 2003 wurden nach Angabe des Verbandes der Kunststofferzeuger PlasticsEurope ( vormals VKE ) in Westeuropa rund 21,5 Mio Tonnen an Kunststoffabfällen erfasst. Davon wurden ca. 8,25 Mio Tonnen verwertet, entsprechend einer Verwertungsquote von knapp 39 %. ( 2002 = 37,9 % ).

 

Den gesamten Vortrag stellen wir Ihnen als Download unter

Stoffliche und energetische Nutzung von Kunststoffabfällen.pdf ( 0,98 MB )

zur Verfügung.

 

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Dipl. Ing. Helmut Schalles